Sebastian Richter Bratwurst Glöckl Augustiner Schaumige Schnitt

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Es gibt Dinge, die werden einem immer klarer, je älter man wird.

Vor zwanzig Jahren trug ich nur Schwarz – wollte international aussehen und wirken. Die Stadt war das Optimum, lange Nächte in dunklen, lauten Clubs.

Aufs Land brachten mich keine zehn Pferde – nicht mal an einen See am Wochenende. Wozu auch?

Die Jahre vergingen und mit der Zeit wurde mir bewusst, wie wichtig mir nicht nur meine Münchner, sondern auch meine bayerische Identität war. Ich fuhr plötzlich auf Waldfeste an den Tegernsee – da kannte noch niemand diesen Harry G. Ich begann Bier zu trinken, statt Wodka on the rocks. Und auf einmal ertappte ich mich, dass mir warm ums Herz wurde, wenn ich im Oberland mit dem Auto unterwegs war und das erste Bauernhaus mit Geranien am Balkon erblickte. Heimatgefühle.

Meine Heimat ist und bleibt München. Die Stadt. Das Schumann’s und seine Tagesbar, Schwabing, der Englische Garten. Und natürlich die Wiesn.

Wenn Du ein echter Münchner bist, gehst Du spontan auf die Wiesn. Da läutet gegen 16 Uhr das Telefon: „Basti, wie schauts aus? Geh’ma?“ Wer kann da schon nein sagen?! Und dann geht man halt, wenn’s Wetter schön ist, seine zehn bis zwölf Mal raus. Und am letzten Tag sitzt man im Biergarten vor einem Zelt, und die Sonne geht unter und man fragt sich: „Und jetzt? Was ist morgen???“  So ging es mir vor ein paar Jahren. Ich wollte ankämpfen gegen die Leere – gegen diese Post-Wiesn-Depression und gründete einen Stammtisch.

Und wo?  Natürlich da, wo es einige der ältesten und traditionsreichsten Stammtische Münchens gibt: im Nürnberger Bratwurst Glöckl am Dom.

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Das „Glöckl“ zu späterer Stunde

Hier gib es nicht nur hervorragende Bratwürste, Schweinebraten und Münchner Schnitzel, es gibt auch das beste Bier der Welt: Augustiner aus dem Holzfass – auf Stangeneis gekühlt – ungeschlagen.

Der Profi bestellt „eine Schaumige“. Das ist eine Mischung aus einem „Schnitt“ und einer normalen Halben. Der Schaum ist sämig, und das Bier immer frisch. Wer mit weniger als sechs Schaumigen das Lokal wieder verlässt, ist selbst schuld. Und sicher wird er es dann nie wirklich bekommen – dieses Münchner Gefühl – eine Mischung aus Achternbusch und Polt, aus Ringsgwandl und Helmut Dietl.

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Vier Schaumige

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Der Autor im Glück

Aber nach der sechsten Schaumigen wird einem dann eines immer klarer – da möcht’ i sterm…

Prost!

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