HOW TO ROCK IBIZA

 

„Whoah! We’re Going To Ibiza!!!” (Vengaboys). Und zwar immer wieder gerne im September oder Oktober. Die Massen sind weg, es ist noch heiß, das Meer schön warm und die Strände etwas leerer. Hier ein paar Tipps…

Cala Benirras liegt im Nordwesten der Insel in einer paradiesischen Umgebung.

 

Ich vermisse sie sehr, wenn ich zu Hause bin, in jeder Minute und in jeder Sekunde. Seit Monaten habe ich sie nicht mehr gesehen, obwohl wir zusammengehören. Mich plagen Alpträume, dass ich sie vielleicht nie wiedersehe, dass sie untergehen könnte so wie Atlantis. Nein, es handelt sich nicht um eine Person, sondern um Ibiza natürlich, bei der alle sofort rufen: „Was? Die schwimmende Party-Location?“

Besitos, Ibiza!

In Ibiza Stadt zeugen die alten Mauern von einer bewegten Vergangenheit. Heute sind die weißen Häuser nicht mehr bezahlbar.

Was natürlich stimmt und auch wieder nicht. Ibiza ist die zweite Heimat von allen Rihannas und Brad Pitts dieser Welt, gleichzeitig die erste Heimat von Mandelbaum-Besitzern in der zehnten Generation und die spirituelle Heimat der Hippies, Aussteiger und Fusskettchen-verkäufer.

Der Süden ist laut, reich, „glamorous“ und im Dauer-Party-Modus. Hier feiern die Scheichs, der Jet Set, die operierten Geschöpfe aus Moskau, die Fußballstars, Leonardo di Caprio mit seinen Model-Freundinnen. Im Norden gibt es Schafe, Olivenbäume, rote Erde, Frauen in schwarzer Tracht und einsame Strände. Im Westen betrinken sich die Engländer bis nun ja. In der Mitte versammeln sich Berge, Dörfer, Künstler, Yoga-Retreats, weiße Fincas, Lebenskünstler, Wilde und Wahrsager.

Die Cala Gracio hat feinen, weißen Sand und die beste Strandbude mit frischem Fisch.

Wie früher Deutschland, so ist Ibiza also von Mauern durchzogen. Unsichtbaren Mauern natürlich, aber klar definiert. Die Engländer ziehen sich ausschließlich auf den Straßen von San Antonio aus. Im beschaulichen Santa Gertrudis in der Inselmitte passiert das nicht. So weit (20 km) schaffen die Briten es einfach nicht, denn an der Stadtgrenze von San Antonio prallen sie gegen eine Art Gummiwand. Den ganzen Tag macht es plop, plop, plop. Aber das merkt keiner.

Auf der vorgelagerten Felseninsel Es Vedra sind schon Außerirdische gelandet

Und was ist mit den anderen negativen Schlagzeilen? Sie stimmen alle. Die Insel ist korrupt, kriminell, voller Drogen, mafiös, bettelarm, superreich, dekadent, übergeschnappt. Die Concierge-Services machen für die Reichen und Schönen alles möglich. Sie besorgen ihnen die Millionen-Villen, die Mädchen, die Drogen, die VIP-Karten, die DJs, die Jachten. Man kann es nicht glauben, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Die Insel-Politiker jammern über den Verfall der Insel und verdienen nebenbei gerne mit. Die Polizei sowieso. Como siempre.

Punta Galera ist fast ein Geheimtipp im Nordwesten. Ein Felsenstrand mit glasklarem Wasser und nur jungen Leuten.

Was bleibt von Ibiza? Die Magie, die jeder spürt, der sich ihr ausliefert. Die kleine Insel (38 km Durchmesser) hat eine unendliche Reichweite für unsere Sinne. Die Römer waren da, die Griechen, die Phönizier, keiner wollte zurück. Piraten haben die Insel überfallen und ausgeraubt, Ausserirdische sind gelandet (auf einem vorgelagerten Felsen, genannt Es Vedra) und alle Religionen des Mittelmeers hinterließen hier ihre Tempel. Was aus den Außerirdischen wurde, wissen wir nicht, angeblich wohnen sie in den Höhlen unter dem Meer. Heutzutage haben die Buddhas und Esoteriker hier das Sagen, alle sagen Ommm und lassen sich die Karten legen.

Die Wasserfarbe der Isla Blanca ist legendär.

Seit fast zwanzig Jahren fliege ich auf meine Lieblingsinsel und lasse mich manchmal zu der Aussage hinreißen „Ich kenne hier jeden Stein.“ Was nicht stimmt. Erstens gibt es jedes Jahr neue Verrücktheiten, Shops, Hotels, Zu- und Auswanderer. Zweitens gehört die Insel zu Mittelerde. Sie ist mehrdimensional und befindet sich auf Traumpfaden, die den Wegen der Aborigines in Australien gleichen.

An der Cala Vadella ist der Sand so weiß wie Zucker. Die Bucht hat eine eigene Absperrung gegen Quallen.

Die folgenden Tipps sind nur eine Kurzfassung von dem, was auf Ibiza möglich ist. Letztlich muss sich jeder selbst mit seinen Flipflops auf den Weg machen. Womit wir schon beim ersten Tipp wären:

  1. Verliere einen einzelnen Flipflop auf der Insel. Am Strand oder in Ibiza Stadt. Das gehört irgendwie dazu. Die Insel ist voll davon.

Die schöne Cala Llonga ist optimal für Familien mit Kindern.

 

  1. Verbringe einen Tag an meinem Lieblingsstrand Benirras im Nordwesten der Insel. Breite, türkise Bucht, Boho-Feeling, im Wasser ein Felsen in Buddha-Form. Exzellentes Ambiente und Essen in der Beach Bar „Elements“. Im hauseigenen Shop bunte Outfits. Abends trommeln Alt- und Neu-Hippies zum Sonnenuntergang.

Auf dem Markt Las Dalias findet man das richtige Outfit für ein Hippie-Leben.

 

  1. Warte an der Cala d’Hort auf das Auftauchen der Aliens von Es Vedra. Schönes Wasser, schmaler, feiner Strand und der beste Beach Shop ever: Boutique Azibi. Unbedingt eine Gazpacho in dem kleinen „Restaurant Cala d’Hort“ kosten. Genialer Blick auf Es Vedra!

 

  1. Shop til you drop in Eivissa Stadt beim Nachtbummel. Die Läden haben bis 23 Uhr auf. Beste Locations sind rund um die Vara de Rey.

Zur Ausbeute von Las Dalias gehören bunte Patchwork-Taschen.

  1. Verbinde das Essen mit Amusement. Nicht nur die ibizenkische Küche lockt, sondern auch das Interior Design und die Shows. Entdecke die Traumpaläste mit Einrichtungen von minimalistisch bis bollywoodesk. Zum Beispiel die Villa Mercedes (villamerdecesibiza.com) in einem Garten von 1902 oder die Location Bambuddha (bambuddah.com). Im Restaurant wächst ein Bambusgarten, im Barbereich steht ein Original Tempel aus Bali. Oder das Restaurant Sa Capella, das sich in einer dreihundert Jahre alten Kirche befindet. Mit einer wahnsinnigen Show-Bühne wie in Las Vags: Lio Ibiza (lioibiza.com).

Best View: Auf und vor der Terrasse von „La Torre“

 

  1. Besuche einen Hippie-Markt und kaufe sinnlose Sachen, die man nur auf der Insel tragen kann. Am besten gelingt das in „Las Dalias“ – jeden Samstag ab 11 Uhr (lasdailas.es). Am Ende besitzt man ein Shirt mit Fransen, eine bestickte Patchwork-Bag und den gehäkelten Bikini, den man im Wasser nie tragen kann. Ich besitze alles in mehrfacher Ausführung.

Vom Restaurant „Las Puertas del Cielo” aus gibt es einen unfassbaren Blick auf die Nordküste.

 

  1. Tanze mindestens eine Nacht lang in einem der XL-Clubs. Amnesia, Hi Ibiza (ganz neu), Ushuaia, Eden, Privilege… Gib alles bis zum Sonnenaufgang (bester Platz dafür: die Terrasse vom Amnesia) und schlaf dich am verrückten Bora Bora Beach aus. Tanz da weiter, bis dich jemand nach Hause transferiert (Geld, Papiere und Handy sind zu diesem Zeitpunkt längst weg).

 

  1. Iss fantastischen, frischen Fisch. Den besten (oder mindestens einen der besten) gibt’s an der Strandbude der Cala Gracio (nur bis 19 Uhr geöffnet).

 

  1. Besuche das Aquarium Cap Blanc. In einer ehemaligen Schmuggler-Höhle schwimmen Lobster, Tintenfische, Muränen, Seeigel. Das schummrige Licht und die niedrige Decke vermitteln ein Unterwasser-Feeling.

 

  1. Verabschiede dich von Ibiza mit einem romantischen Blick auf das Mittelmeer. Im Atzaró Beach an der Cala Nova, im Restaurant La Torre (unfassbar schöner Ausblick) oder im kleinen Restaurant Las Puertas del Cielo (übersetzt: „Die Türen des Himmels“). Und hier stimmt der Name mit der Wirklichkeit überein.

 

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